GGL fordert erweiterte Durchsetzungsbefugnisse gegen illegale Online-Glücksspielnetzwerke
Geschrieben von Viktor Otto · 28.9.2026

GGL fordert erweiterte Durchsetzungsbefugnisse gegen illegale Online-Glücksspielnetzwerke

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder hat im September 2026 ihre Forderung nach direkteren Eingriffsmöglichkeiten und beschleunigten Entscheidungswegen erneuert, um gegen den illegalen Online-Glücksspielmarkt vorzugehen, während der aktuelle GlüStV 2021 noch umfangreiche Abstimmungen zwischen den Bundesländern erfordert und dadurch Verzögerungen bei der Anpassung an dynamische illegale Strukturen verursacht.
Auslöser der aktuellen Initiative
Eine groß angelegte Razzia unter Führung der Frankfurter Behörden gegen ein mutmaßlich unlizenziertes Netzwerk bildete den unmittelbaren Hintergrund für diese Stellungnahme, wobei die Ermittler feststellten, dass das betreffende Netzwerk zwischen Juli 2021 und Ende 2023 Einsätze in Höhe von rund 5,86 Milliarden Euro abgewickelt hatte und somit die Dimension der Schattenwirtschaft deutlich machte.
Co-Präsident Ronald Benter erläuterte gegenüber Medienvertretern, dass die bestehenden Regelungen des Glücksspielstaatsvertrags 2021 zwar eine Grundlage für die Lizenzvergabe und Überwachung schaffen, jedoch keine ausreichenden Instrumente für unmittelbare Durchsetzungsmaßnahmen bieten und somit zeitaufwendige Verhandlungen auf Länderebene notwendig machen, bevor Anpassungen erfolgen können.
Strukturelle Herausforderungen im GlüStV 2021
Der Vertrag sieht vor, dass Änderungen an Durchführungsbestimmungen oder neuen Maßnahmen gegen illegale Anbieter stets die Zustimmung aller Länder erfordern, was in der Praxis dazu führt, dass auf aktuelle Entwicklungen wie neue Tarnstrategien oder grenzüberschreitende Plattformen nur mit erheblicher Verzögerung reagiert werden kann, während illegale Betreiber ihre Operationen flexibel anpassen.
Details zur Frankfurter Razzia
Die Ermittlungen in Frankfurt deckten ein Netzwerk auf, das ohne gültige deutsche Lizenz agierte und über mehrere Domains sowie Zahlungsdienstleister Einsätze aus dem gesamten Bundesgebiet einsammelte, wobei die Summe von 5,86 Milliarden Euro die wirtschaftliche Relevanz solcher Strukturen unterstreicht und die Notwendigkeit schnellerer Interventionsmöglichkeiten verdeutlicht.
Beobachter notieren, dass die GGL bereits in früheren Berichten auf ähnliche Lücken hingewiesen hatte, nun aber durch den konkreten Fall einer großvolumigen illegalen Plattform den Handlungsdruck weiter erhöht sieht und daher eine direkte Befugnis zur Sperrung von Domains sowie zur Einleitung von Finanzermittlungen ohne vorherige länderübergreifende Abstimmung anstrebt.

Mögliche Auswirkungen auf die Regulierungspraxis
Experten erläutern, dass eine Erweiterung der direkten Vollstreckungsbefugnisse es der Behörde ermöglichen würde, schneller auf Beschwerden oder Hinweise zu reagieren und illegale Angebote zeitnah zu unterbinden, ohne dass jedes Mal ein mehrstufiges Verfahren durchlaufen werden muss, während die Länder weiterhin in grundsätzlichen Fragen eingebunden bleiben sollen.
Die aktuelle Situation zeigt, dass illegale Anbieter oft innerhalb kurzer Zeit ihre Plattformen anpassen oder neue Domains registrieren, sobald behördliche Schritte eingeleitet werden, und genau hier setzt die Forderung nach beschleunigten Prozessen an, um diese Dynamik einzugrenzen und den legalen Markt besser zu schützen.
Position der GGL im September 2026
Im September 2026 wiederholte die Behörde ihre Position, dass der GlüStV 2021 zwar wichtige Fortschritte bei der Legalisierung und Kontrolle gebracht habe, jedoch an seine Grenzen stoße, sobald es um die operative Bekämpfung groß angelegter illegaler Netzwerke gehe, und daher eine gezielte Ergänzung der Vollzugsinstrumente erforderlich sei.
Vertreter der GGL betonen, dass die bisherigen Erfahrungen mit der Umsetzung des Vertrags gezeigt haben, wie lange Abstimmungsprozesse die Wirksamkeit von Maßnahmen mindern können, und dass eine Reform daher nicht nur die rechtlichen Grundlagen, sondern auch die praktische Handlungsfähigkeit der Behörde verbessern müsse.
Schlussfolgerung
Die Forderung der GGL nach erweiterten Befugnissen und schnelleren Verfahren steht in direktem Zusammenhang mit den Ergebnissen der Frankfurter Ermittlungen und den strukturellen Vorgaben des GlüStV 2021, wobei die Behörde konkrete Anpassungen vorschlägt, um auf die Herausforderungen des illegalen Marktes reagieren zu können, während die weitere Entwicklung von den Entscheidungen der Länder abhängt.